
Phosphatmanagement
Die Nieren haben unter anderem die Aufgabe, Schadstoffe aus dem Blut zu entfernen und so dafür zu sorgen, dass der Körper entgiftet wird. Darüber hinaus sind sie aber auch für den Salz- und Flüssigkeitshaushalt zuständig und regulieren die Konzentration der Mineralstoffe im Blut. Die Entgiftungsfunktion der Niere lässt sich durch die Dialyse gut ersetzen, doch erweist sich die Steuerung des Mineralhaushaltes als schwieriger.
Probleme gibt es bei Dialysepatienten vor allem beim Kalzium- und Phosphathaushalt. Die Konzentration dieser Stoffe wird von gesunden Nieren gut kontrolliert; lässt die Nierenleistung aber nach, gerät die Balance aus dem Gleichgewicht. So führt ein ansteigender Phosphat-Spiegel dazu, dass Kalzium aus den Knochen ausgewaschen wird. Der Knochen verliert an Festigkeit und wird schließlich spröde und brüchig. Kommt es zusätzlich noch zu einem hohen Kalzium-Spiegel, können sich Ablagerungen in Geweben bilden oder Störungen im Knochenstoffwechsel entstehen. Daher sind Dialysepatienten auf ein striktes Phosphat- und Kalzium-Management angewiesen, um so die Konzentrationen zu kontrollieren und gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Sie sollten sich phosphatarm ernähren und zusätzlich Medikamente einnehmen, die Phosphat im Körper binden. Ohne eine solche Behandlung würde der Phosphat-Spiegel deutlich ansteigen. Es wird dann von einer Hyperphosphatämie gesprochen.
Um die Hyperphosphatämie zu vermeiden, wurden ursprünglich aluminiumhaltige Phosphatbinder eingesetzt. Diese haben sich aber als problematisch erwiesen, da schon eine geringe Ansammlung von Aluminium im Körper schwere Nebenwirkungen hervorrufen kann. Inzwischen sind kalziumhaltige Phosphatbinder weit verbreitet, da Kalzium weniger toxisch ist als Aluminium. Allerdings können auch Ansammlungen von Kalzium langfristig zu Problemen führen. Daher werden zunehmend kalziumfreie Phosphatbinder zur Behandlung der Hyperphosphatämie angewendet.
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