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Therapie des Morbus Pompe Seit Anfang 2006 steht allen Pompe Patienten neben der weiterhin wichtigen symptomatischen Therapie eine Infusionstherapie zur Verfügung. Diese Therapie ersetzt von „außen“ das fehlende Enzym Glukosidase und hilft Glykogen in den Lysosomen im Körper abzubauen. Viele Patienten profitieren seitdem weltweit von dieser Therapie. • Therapie durch Ersatz des fehlenden Enzyms Therapie durch Ersatz des fehlenden Enzyms Infusionstherapie Erste Ergebnisse von Untersuchungen bei älteren Patienten sind erstmals im Winter 2007 bekannt gegeben worden. Hier konnte eine Verbesserung der Gehstrecke und der Atmung im Gegensatz zu Patienten, die in dieser Studie keine Infusionstherapie erhalten haben, nachgewiesen werden. Die Infusionstherapie ersetzt im Körper betroffener Patienten das seit der Geburt fehlende Enzym mit dem Namen saure α-1,4-Glukosidase. Dieses Enzym ist durch den genetischen Defekt im Körper in geringerem Maße als bei Gesunden vorhanden. Dies führt - je nachdem wie schwer die Verlaufsform ist - zu einer langsamen oder schnellen Ansammlung von Glykogen in den Zellorganellen, den so genannten Lysosomen. Diese Speicherung von Glykogen schädigt die Zellen und kann später zu starken körperlichen Einschränkungen führen. Das Enzym welches über eine Infusion zugeführt wird, entspricht dem körpereigenen fehlenden Enzym und hat die gleiche Struktur wie das natürliche Enzym.
Über die Blutbahn gelangt das Enzym an die Lysosomen der Muskelzellen. Es koppelt sich an so-genannte Rezeptoren der Lysosomen an und gelangt so in das Innere des Lysosoms, wo es das eingelagerte Glykogen aufspaltet und abbaut, so dass sich nicht zu sehr geschädigte Muskelzellen wieder erholen können. Dies ist im Prinzip der gleiche Stoffwechselprozess, der bei Gesunden stattfindet. Das bedeutet, dass die Infusionstherapie eine Therapie auf Lebenszeit ist. Der genetische Defekt selbst wird nicht behoben, sondern der Körper erhält von außen eine Substanz zugeführt, die er nicht ausreichend selbst produzieren kann. Die Therapieerfolge werden sich in der Regel nicht sofort einstellen. Wie groß der Therapieerfolg ausfällt, hängt von der Ausgangssituation ab. Muskelzellen, die bereits stark geschädigt sind, werden voraussichtlich verlorene Funktionalitäten nicht wieder erlangen. Bei infantilen Patienten hat sich in den Studien gezeigt, dass Herz und Leber rascher und in größerem Umfang auf die Therapie ansprechen als die Skelettmuskulatur. Die bisherigen Studien haben ergeben, dass sich der Therapieerfolg nicht genau vorhersagen läßt. In einigen Fällen hat es zu einem Stillstand der Krankheit geführt. In manchen Fällen hat sich zusätzlich das Wohlbefinden und vor allem auch die Atmungssituation verbessert und in anderen Fällen hat sich auch die Muskelkraft außerordentlich gebessert. Insgesamt lässt sich ableiten, dass der Erfolg umso größer ist, je früher die Therapie begonnen wurde. Symptomatische Therapie Neben der Infusionstherapie bleibt die Notwendigkeit der symptomatischen Therapie bestehen. Der Patient sollte sich unbedingt weiterhin unterstützend behandeln lassen, da damit ein Zusammenspiel beider Therapieansätze erreicht wird. Die Lebensqualität der Pompe-Patienten läßt sich so deutlich verbessern. Atemtherapie Mit einem Beatmungsgerät wird mit variablem Druck angewärmte, befeuchtete Luft in die Lunge gepumpt. Zunächst beschränkt sich die (häusliche) Beatmung in vielen Fällen auf die Nacht. Im weiteren Verlauf wird es aber meist erforderlich, die Beatmung vermehrt auch tagsüber durchzuführen. Je nach verbliebener Fähigkeit zur Spontanatmung (Patient kann noch selber atmen) und den Bedürfnissen des einzelnen Patienten kommen verschiedene Beatmungsgeräte und Formen der unterstützten Spontanatmung bzw. Beatmung zur Anwendung. Patienten, bei denen die Kraft noch zur Spontanatmung ausreicht, werden generell besser nach einem Beatmungsplan beatmet, der sich ihrem eigenen Atemrhythmus anpasst. In anderen Fällen ist ein auf maschinell gesteuerte Atemhübe programmiertes Beatmungsgerät eher geeignet. Bei zunehmender Atemschwäche kommt man in vielen Fällen zunächst noch mit einer nicht-invasiven Beatmung über eine Nasen- oder Mund-Nasen-Maske aus. Die dazu erforderlichen Geräte sind tragbar, praktisch und verhältnismäßig preiswert. Die Unterweisung in der sachgerechten Beatmungstechnik erfolgt in aller Regel in der Klinik oder Arztpraxis oder ggf. zuhause durch einen Atemtherapeuten. Er betreut den Patienten über mehrere Wochen ambulant. Dabei werden neben dem korrekten und passgenauen Sitz der Maske auch die Einstellungen des Beatmungsgeräts kontrolliert und ggf. individuell angepasst. Mit der heutigen Möglichkeit individueller Anpassungen und Anfertigungen von Masken werden diese sogar von Kindern in der Regel gut toleriert. Auf keinen Fall sollten die Bedenken gegenüber Beatmungsmasken zu einer Verweigerung der oft früh notwendigen nächtlichen Beatmung führen. In manchen Fällen wird mit der Beatmung erst im Zuge einer Klinikeinweisung wegen Atemversagens begonnen. In diesen akuten Notfällen wird der Patient in aller Regel intubiert. Dabei wird ein Schlauch über Mund oder Nase direkt in die Luftröhre eingeführt. Bei dieser deutlich belastenderen Form der Beatmung wird entsprechend vorbereitete und mit Sauerstoff angereicherte Luft direkt in die Lungen geleitet. Sobald sich die Atemfunktion wieder stabilisiert hat, wird bei entsprechender Indikation mit der "Entwöhnung" begonnen. Der Patient atmet dabei wieder vermehrt selbständig, die künstliche Beatmung wird also schrittweise wieder verlassen. Bei einer über einen längeren Zeitraum bestehenden 24-stündigen Beatmungspflicht bietet sich die Durchführung eines Luftröhrenschnitts an. Bei diesem auch als Tracheotomie bezeichneten chirurgischen Eingriff wird die Luftröhrenvorderwand zwecks Einführung einer Kanüle eröffnet, über die dann Luft in die Lungen geleitet wird. Die meisten modernen Trachealkanülen haben einen Sprechaufsatz (Ventil), so dass der Patient auch während der Beatmung sprechen kann. Tracheotomien verbessern die Befindlichkeit der Patienten und erleichtern die Teilnahme an Reha- Maßnahmen. Intubation und Tracheotomie sollten nur im äußersten Notfall angewandt werden, da sich eine Entwöhnung von diesen eingreifenden Beatmungsmethoden bei Pompe- Patienten oft als sehr langwierig erwiesen hat. Eine weitere Form der Atemtherapie ist die kontrollierte Druckbeatmung IPPB (Intermittent Positive Pressure Breathing). Die IPPB kann von einem Atemtherapeuten in der Klinik, in der Ambulanz oder zuhause durchgeführt werden. Während dieser 10 bis 15 Minuten dauernden Maßnahme zur unterstützten Spontanatmung atmet der Patient durch ein Mundstück ein, während vom IPPB- Gerät Luft in die Lungen gedrückt wird, um diese "aufzublähen". Der Patient hält einige Sekunden die Luft an und atmet dann langsam wieder aus. Dieser Vorgang wird bis zum Ende der Therapiesitzung fortlaufend wiederholt. Mit dem IPPB- Verfahren wird die Atemtiefe gesteigert. Außerdem lassen sich Arzneimittel in Aerosolform (z.B. schleimlösende Mittel) leichter und tiefer an ihren Wirkort in den Lungen befördern.
Ernährungsmaßnahmen Bei chronischem Untergewicht kann zur Gewährleistung einer kontinuierlich ausreichend hohen Kalorienzufuhr eine künstliche Ernährung über eine Magensonde erforderlich werden. Dies ist auch bei Aspirationsrisiko (Nahrung gelangt durch Verschlucken in die Luftwege), massiven Schluckschwierigkeiten und Beatmungspflicht der Fall. Ist die künstliche Ernährung nur vorübergehend erforderlich, dann geschieht dies in der Regel über eine Nasensonde. Bei längerfristiger künstlicher Ernährung empfiehlt sich normalerweise die Anlage einer Ernährungssonde durch die sog. perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG). Generell wird die Indikation zur künstlichen Ernährung bei der infantilen Verlaufsform häufiger gestellt, da die Muskelschwäche hier besonders stark ausgeprägt ist. Körperliches Training, Bewegungstherapie, Physiotherapie
Auch von physiotherapeutischen Übungen profitieren die meisten Pompe-Patienten. Kleinkindern mit Muskelschwäche bietet die Physiotherapie Möglichkeiten, ihre Umwelt trotz ihrer Einschränkungen kennen zu lernen. Darüber hinaus können Physiotherapeuten den Eltern zeigen, wie sie die Entwicklung ihres Kindes optimal fördern können. Beim Fortschreiten der Pompe-Krankheit helfen physiotherapeutische Übungen, die Beweglichkeit möglichst lange aufrechtzuerhalten und dem Kräfteverfall entgegenzuwirken. Damit wird das Alltagsleben erleichtert und die Belastung durch die krankhaften Veränderungen des Stütz- und Bewegungsapparats reduziert. Spezielle Widerstandsübungen, z.B. ein Training der Einatemmuskulatur, bieten sich beispielsweise bei Pompe-Patienten mit Atemschwäche an. Physiotherapeuten können die Patienten auch in der richtigen Anwendung verschiedener Hilfsmittel unterweisen. Viele Patienten mit einer geschwächten Bein-, Becken- und Rumpfmuskulatur bleiben mit entsprechenden Hilfen weiterhin relativ beweglich. Neben Knöchel- und Unterschenkelschienen sichert bei vielen Pompe-Patienten Stock, Gehhilfe, Rollwagen oder Rollstuhl weiterhin die Mobilität. Aber auch Umbaumaßnahmen und Hilfsmittel für den häuslichen Bereich wie Duschstuhl, Toilettensitz-Erhöhung, Wannenlifter etc. werden in den fortgeschrittenen Stadien für Patienten und pflegende Angehörige unentbehrlich.
Mit der Ergotherapie lassen sich neue Möglichkeiten zur Erledigung von Alltagsaufgaben im Haushalt oder am Arbeitsplatz erlernen. Bei Sprech- und Sprachproblemen sowie bei Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme kann eine gezielte logopädische Therapie helfen. Infektprophylaxe Gentherapie |
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