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Symptome von Mukopolysaccharidose Typ I Die Mukopolysaccharidose Typ I – kurz MPS I – ist eine lysosomale Speicherkrankheit mit unterschiedlich fortschreitendem Verlauf. Lysosome sind kleine Zellorganellen, die die Aufgabe haben, bestimmte Stoffe in entsprechende Einzelteile zu zerlegen und dem Kreislauf des Stoffwechsels wieder zur Verwendung zuzuleiten. Fehlt ein bestimmtes Enzym kann dieser Vorgang nicht ablaufen und die Lysosomen speichern den nicht abbaubaren Stoff. Dies schädigt im ersten Schritt die Lysosome, später die Zelle und im Weiteren dann die betroffenen Organe. Werden die Organe über längere Zeit einer Beeinträchtigung ausgesetzt, kann der Schaden bleibend sein. Eine frühe Erkennung der Erkrankung und Therapie ist deshalb von großer Bedeutung. MPS I betrifft verschiedene Organe und zeigt individuell große Unterschiede in der klinischen Ausprägung. Die typischen klinischen Symptome bei MPS I können zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten und verschieden stark ausgeprägt sein. Oft fallen den Eltern die ersten Veränderungen an ihren Kindern auf. Nach normaler Entwicklung im ersten Lebensjahr scheinen die Kinder Rückschritte zu machen und sich körperlich zu verändern. Auch können schon früh geistige Behinderungen durch vermehrtes Hirnwasser (sogenannter Wasserkopf oder Hydrozephalus) auftreten. Die Kinder leiden oft früh unter Nabel- oder Leistenbrüchen, haben häufige Infekte oder Entzündungen des Mittelohres und der Lungen oder weisen untypisch veränderte Hände und Gelenkstellungen auf. In der Übersicht sind die häufigsten berichteten Symptome -unabhängig von der Schwere der Erkrankungsform -aufgeführt. Allgemein wird angenommen, daß die Erkrankung desto früher beginnt, je weniger Enzym zum Abbau bestimmter Stoffwechselprodukte gebildet wird.
Bei der schwersten Ausprägung, bei der auch das Zentralnervensystem (ZNS) betroffen ist, können nachfolgend aufgeführten Symptome in voller Ausprägung bereits im Säuglingsalter auftreten. Bei der verzögerten Verlaufsform ohne Beteiligung des ZNS können einige oder nur wenige der Symptome in der Jugend oder sogar erst im Erwachsenenalter auftreten. Übersicht über häufige Symptome bei MPS I
Obwohl alle Patienten den gleichen genetischen Defekt haben, ist die Ausprägung der Symptome individuell äußerst unterschiedlich.
Auch wenn MPS I-Scheie als verzögerte Verlaufsform bezeichnet wird, handelt es sich um eine progressiv verlaufende chronische Krankheit, die schwere körperliche Beeinträchtigungen mit sich bringt. MPS I-Hurler Daher tritt bei diesen Patienten bereits im Kleinkindalter eine schwere geistige Behinderung auf. Die Kinder lernen erst spät zu sitzen, stehen und laufen lernen sie manchmal gar nicht. Auch die Sprachentwicklung verzögert sich. Spätestens nach 12 Monaten fällt eine allgemeine Entwicklungsverzögerung auf. Ab dem 18. Lebensmonat entwickeln sich die Kinder meist nicht mehr weiter. Durch Ablagerungen von Glykosaminoglykanen kommt es zu einer Verdickung der Schleimhäute im Nasen-Rachenraum, wodurch sich ständig Schleim ansammelt. Den Kindern fließt fast immer dicker gelblicher Schleim aus der Nase, auch ohne akute Infektion. Zusätzlich ist die Luftröhre durch Ablagerungen verengt und versteift. Auch Stimmbänder und Zunge sind verdickt. Die Rachenmandeln können ebenfalls vergrößert sein und die Luftwege zusätzlich einengen. Die verengten und durch zähes Sekret verstopften oberen Luftwege führen zu großen Beschwerden. Die Kinder bekommen nur schwer Luft und atmen geräuschvoll. Nachts schnarchen sie, wobei der Atem zwischendurch auch ganz aussetzen kann. Dies bezeichnen Ärzte als Schlafapnoe. Hinzu kommt, daß bei Hurler-Kindern der Brustkorb anders geformt ist als bei Gesunden, ebenso ist die Beweglichkeit des Brustkorbs eingeschränkt. Das Lungengewebe ist aufgrund von Einlagerungen versteift. Dadurch können die Lungen beim Einatmen nicht vollständig mit Luft gefüllt werden und das Husten fällt schwer. Die kleinen Patienten können das vermehrt gebildete Sekret nur unvollständig abhusten, Bakterien und Viren können sich ausbreiten. Deshalb leiden Kinder mit MPS I-Hurler besonders häufig unter schweren Atemwegsinfekten. Durch die Vergrößerung von Leber und Milz wölbt sich der Bauch des Patienten stark nach vorne. MPS I-Hurler-Patienten haben zusätzlich häufig eine schlaffe Bauchmuskulatur. An besonders schwachen Stellen der Bauchhaut können Muskelrisse auftreten und sich innere Organe mit vorwölben. Es entsteht ein „Bruch“, den die Ärzte als „Hernie“ bezeichnen. Leisten- und Nabelbrüche kommen am häufigsten vor. Leistenbrüche müssen oft operiert werden, da die Gefahr besteht, dass der Darm eingeklemmt wird. MPS I Hurler: Patient im Verlauf der ersten vier Lebensjahre
MPS I-Scheie Allerdings ist bei ihnen die Beweglichkeit der Hände oft infolge von Karpaltunnelsyndrom und Gelenkversteifung stark eingeschränkt. Die Beweglichkeit der Schulter- und Hüftgelenke kann deutlich eingeschränkt sein. Viele Patienten mit MPS I-Scheie leiden unter verengten und verstopften Atemwegen und sind von Atemwegsinfekten betroffen, auch sind Beteiligungen der Herzklappen bekannt. Die Patienten fallen auch durch eine Hornhauttrübung auf.
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