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Fettstoffwechselstörungen Verringerung des Blutcholesterins – eine wirksame Strategie zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Komplikationen Etwa 20 Millionen Deutsche älter als 25 Jahre haben deutlich zu hohe Blutcholesterinwerte von 250 mg/dl und darüber[1]. Häufige Ursachen sind: Falsche Ernährung mit zu reichlicher Zufuhr von fett- und cholesterinreichen Nahrungsmittel sowie mangelnde körperliche Bewegung. Bei manchen Personen liegt auch eine genetische Veranlagung vor, die die Blutfettwerte drastisch in die Höhe treibt (familiäre Hypercholesterinämie). Hohe Blutcholesterinspiegel sind keine Bagatelle, sondern eine ernstzunehmende Gesundheitsstörung. Das Risiko für eine kardiovaskuläre Erkrankung (KHK) steigt mit zunehmenden Blutfett-Werten, insbesondere des so genannten LDL (Low Density Lipoprotein)-Cholesterins, stetig. Deshalb sollte bereits bei leichten Hypercholesterinämien (Gesamt-Cholesterin > 190 mg/dl, LDL-Cholesterin > 160 mg/dl) interveniert werden. Erste Maßnahmen sind eine Umstellung der Ernährung auf eine fettarme Kost und regelmäßige körperliche Aktivität. Hat dies keinen ausreichenden Erfolg, verschreibt der Arzt zusätzlich Medikamente – so genannte Lipidsenker. Patienten mit einer schweren Hypercholesterinämie brauchen in der Regel mehrere lipidsenkende Medikamente, um das Gesamt- und das LDL-Cholesterin möglichst tief zu senken. Allgemein gilt heute der Grundsatz: Je tiefer das LDL-Cholesterin, desto besser ist der Schutz vor Herz-Kreislauf-Komplikationen. In zahlreichen Studien wurde belegt, dass das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Komplikation mit zunehmender Verringerung des LDL-Cholesterins stetig abnimmt: pro 40 mg/dl um etwa 24%[2]. Besonders wichtig ist eine deutliche Senkung der LDL-Cholesterinspiegel für Patienten mit mehreren kardiovaskulären Risikofaktoren, für Diabetiker und für Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten oder unter einer anderen Gefäßerkrankung leiden. Zur Cholesterinsenkung gibt es Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, die sich in einer Kombinationstherapie sinnvoll ergänzen können. Statine, die in der Regel zuerst eingesetzt werden, hemmen die Biosynthese von Cholesterin in der Leber. Zusätzlich kann die Resorption von Cholesterin aus dem Darm medikamentös blockiert werden. Reicht dies nicht aus um die Zielwerte zu erreichen oder werden die Standardtherapien nicht gut vertragen kann ein weiterer Baustein zur Cholesterinsenkung verwendet werden: ein Gallensäurebinder. Diese werden nicht vom Körper aufgenommen, verbleiben also ausschließlich im Darm und führen zu einer Ausscheidung von Gallensäuren mit dem Stuhl. Gallensäure- und Cholesterinstoffwechsel stehen in einem engen Zusammenhang. Werden dem Körper Gallensäuren entzogen, müssen sie in der Leber neu aus Cholesterin hergestellt werden, das dem Blut entzogen wird. Die Folge: Das LDL-Cholesterin sinkt. Diese eigentlich elegante Form der Cholesterinsenkung stellte sich allerdings in der Handhabung als problematisch heraus, so müssen z.T. große Wirkstoffmengen mehrmals am Tag zugeführt werden. Ein neuartiger Gallensäurebinder in Tablettenform und hoher Wirkstärke steht seit kurzem für eine einfache orale Therapie zur Verfügung. Durch Einsatz in Kombination mit einem niedrig dosierten Statin werden die LDL-Cholesterinspiegel zusätzlich um bis zu 16% verringert. Bei Statinunverträglichkeit kann diese Therapieoption auch erfolgreich als Monotherapie eingesetzt werden. [1] Statistisches Bundesamt 1998 |
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